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Die Münchner Berg-Community

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#1 28.06.2017 20:24:49

Markus H.
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Beiträge: 465

Mitterkaiser Nordwand

Servus,

ich bin heute mal wieder allein in ein mir bis dahin unbekanntes Gebiet aufgebrochen.

Zwar ist die Mitterkaiser-Nordwand im Panico-Kletterführer Wilder Kaiser aufgeführt, ich würde sie jedoch nicht als Kletterei bezeichnen. Und da ich eine Rubrik Latschen-und Schrofenanstiege im Forum nicht finden konnte, habe ich sie mal bei Bergsteigen allgemein eingestellt.

Der Routenverlauf von der Grieseneralm bis zur Fritz-Pflaum-Hütte ist im Panico-Führer ganz gut beschrieben. Außerdem kann man vom Parkplatz bereits die ganze Wand einsehen: Nachdem man vom Beginn der Preußschlucht (Griesener Kamin) über Rampen im links-rechts-Zickzack höher gestiegen ist, muss man ein bisschen schauen wo es weiter geht. Die erste IIIer-Stelle habe ich wohl auch noch ganz gut erwischt. Danach hielt ich immer dort, wo der wenigste Fels, die meisten Latschen und die meisten Gamsköttel sind. So habe ich ziemlich gut den leichtesten Anstieg gefunden. Eine zweite IIIer-Stelle wie im Topo beschrieben ist mir dabei nicht untergekommen. Wahrscheinlich bin ich ganz oben zu weit nach links gequert. Jedenfalls erreichte ich bald den Vorgipfel und über III-Stellen das Gipfelkreuz des Nordgipfels.

Dabei ist mir leider ein Malheur passiert und ich habe das Gipfelbuch samt Kassette die Preußschlucht hinab befördert. Wenn in nächster Zeit mal jemand den Griesener Kamin klettert, kann er es ja einsammeln und an seinen angestammten Platz bringen. Ich selber stehe für diese Unternehmung allerdings ungern zur Verfügung, da moosige Kamine nicht so mein Metier sind (War schon ein ganz wilder Hund der Paul Preuß).

Vom Nordgipfel ging es dann wie beschrieben weiter zum Hauptgipfel (zwei Abseilstellen, falls man ein Seil dabei hat; alles ziemlich brüchig) und hinab zur Fritz-Pflaum Hütte. Da ich hier oben noch nie war, nicht mal zur Skitourenzeit, hatte ich im weiteren Abstieg freie Wegwahl.

Grüße

Fazit: Ich habe noch nie so viele Steine ins Tal befördert. Zum Glück war keiner unter mir. Und dabei sagt man doch vom Karwendel das es brüchig sei.

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#2 29.06.2017 14:00:23

Jakob
Aktives Mitglied
Ort: München
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Beiträge: 1.141

Re: Mitterkaiser Nordwand

Servus Markus,
ich würde die Tour jetzt nicht so schlecht machen.
Für einen heißen Sommertag ideal, schön schattig und nur ca. 1/2 Std. bis es interessant wird, und man je nach Gusto eine möglichst leichte oder schwere Route suchen darf.
Wobei es doch egal ist man an Fels, Gras, Latschen oder Gamskittel Hand anlegt.
An extreme Brüchigkeit kann ich  mich annodazumal nicht mehr erinnern.
Du scheinst Dich ja inzwischen daran gewönt zu haben, dass alles was Du in die Hände bekommst fest verankert ist.
Es ist ja schon nicht ideal wenn Du den halben Berg ins Tal beförderst.
Aber das Gipfelbuch !, das geht wirklich zu weit  :-)

Also bitte, in Zukunft ist sauberer "Schrofenstil" gefragt !

Gruß
Jakob


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